Geschichte des Löschzuges
Der Löschzug Westladbergen wurde am 03. November 1929 in der Gaststätte August Potthoff gegründet. Das Lokal war bis auf den letzten Platz besetzt. 36 Männer erklärten sich spontan bereit, der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten. Zur Beschaffung der Uniformen wurde in der Bauernschaft eine Geldsammlung abgehalten.
Während des zweiten Weltkriegs (1939-1945) wurden die meisten Wehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen. „Jung und Alt“ wurden in dieser Zeit zum Feuerwehrdienst in Westladbergen herangezogen.
Zehn Feuerwehrmänner kehrten leider nicht wieder zurück. Der Feuerwehrdienst wurde fortan mit einem ausrangierten Polizeifahrzeug, Baujahr 1928 sichergestellt. Die wesentliche Frage: "Springt er an oder springt er nicht an"?
Am 08.10.1949 fand die erste Nachkriegs-Generalversammlung des Löschzuges statt. Der Löschzug nahm am 16.11.1949 an der ersten Gesamtübung der Freiwilligen Feuerwehr Saerbeck teil. Die gesamte Bauernschaft erklärte sich bereit, mit einem Jahresjagdpachtgeld die Finanzierung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges mit zu unterstützen.
1957 war es dann endlich soweit. Ein nagelneues LF 8 Marke "Opel Blitz" konnte den Wehrmännern übergeben werden. Im Juni 1962 wurde das erste Feuerwehrhaus mit Hilfe aller Feuerwehrkameraden unter Leitung von Bernhard Teigeler fertiggestellt. 1965 erreichte der Löschzugführer OBM Lehringfeld die Altersgrenze. Er wurde nach 35 Jahren am 02.02.1965 feierlich verabschiedet. Die Kameraden des Löschzuges sprachen sich für Hubert König als Nachfolger aus. Dieser besuchte bereits 1964 den Brandmeisterlehrgang und wurde am 02.02.1965 durch den damaligen Bürgermeister Dr. Gerdemann in das neue Amt eingeführt.
Seinen ersten Einsatz als Löschzugführer leitete Hubert König auf dem Hof Hegemann-Autmaring, Dorfbauerschaft. König konnte einen gut ausgebildeten und materiell bestens ausgerüsteten Löschzug übernehmen. Fortan entwickelten sich die Westladbergener Kameraden weiter. Im November 1979 konnte der Löschzug Westladbergen sein 50jähriges Jubiläum feiern. Im Jubiläumsjahr nahmen die Kameraden erstmalig am Leistungsnachweis der Feuerwehren teil. Aufgrund der starken Besetzung des Löschzuges erfolgte nach und nach ein Personalabbau, welcher über Austritt, Wegzug und durch das Erreichen der Altersgrenze geregelt wurde. Die Personalstärke wurde durch die Gemeinde Saerbeck auf 18 Wehrmänner festgesetzt. 1981 erhielt der Löschzug Westladbergen ein LF 8 Typ "Mercedes-Benz 409" vom Löschzug Dorf.
Das Fahrzeug war zu hoch, so dass das Gerätehaus Westladbergen für das „neue“ LF 8 im Deckenbereich umgebaut werden musste. Der Löschzug beteiligte sich alljährlich an der Herbstübung aller drei Saerbecker Löschzüge zusammen mit dem DRK Saerbeck. Eine besondere Anekdote gibt es aus dem Jahr 1984 zu berichten: Zum Treffen der Ehrenkameraden wurde einen Tag zu früh eingeladen. Kein Problem, die Ehrenkameraden fuhren am nächsten Tag noch einmal in Richtung Hembergen. Die aktiven Kräfte besuchten regelmäßig Lehrgänge auf Kreisebene. Aber auch die Kameradschaftspflege hat innerhalb des Löschzuges einen hohen Stellenwert, denn im Einsatzfall ist es von entscheidender Bedeutung, dass sich die Kameraden aufeinander verlassen und sich vertrauen können.
Am 25.08.1989 feierte der Löschzug Westladbergen gemeinsam mit dem Löschzug Dorf das 60jährige Jubiläum. Ein zweitägiges Festprogramm rundete das Jubiläum ab. Auf der Generalversammlung am 04.04.1990 wurden der Löschzugführer Hubert König und dessen Stellvertreter Alfons Lehringfeld verabschiedet, OBM Ludger Greiling wurde durch den Gemeindedirektor Kranz zum Löschzugführer Westladbergen ernannt. OBM Wilhelm Leuermann wurde zu Greilings Stellvertreter ernannt.
Der Löschzug in der Gegenwart
Bis 2000 wurde der Löschzug Westladbergen über Sirene alarmiert. Am 05.06.2000 übergab Gemeindebrandinspektor Franz Josef Engeler dem Löschzug Westladbergen Funkmeldeempfänger, die ab sofort eine „stille Alarmierung" sicherstellen. Im Jahre 2001 überarbeitete die Leitung der Feuerwehr Saerbeck die Alarm- und Ausrückeordnung, so dass der Löschzug Westladbergen deutlich mehr gefordert wird.
Mit Verabschiedung des Brandschutzbedarfsplans der Gemeinde Saerbeck im Jahr 2001 wurde die Berechtigung, einen Löschzug im Gemeindebereich Westladbergen vorzuhalten, erneut unterstrichen. Im Bereich Westladbergen gibt es verschiedene größere Hotelbetriebe.
Völlig veraltert war das Löschgruppenfahrzeug LF 8 und auch dass Feuerwehrgerätehaus entsprach nicht mehr den Anforderungen. Im Juni 2003 begannen daher die Planungen für einen Neubaui sowie für die Neubeschaffung es Löschgruppenfahrzeuges LF 10/6. Nachdem die Planungen für den Gerätehausneubau abgeschlossen waren und der Gemeinderat „grünes Licht“ gegeben hatte, begann am 02.08.2003 der Abriß des alten Gerätehauses. Fahrzeug und Einsatzkleidung fanden während der Bauphase beim Kameraden Theo Stegemann „Unterschlupf“.
2004 war ein bewegtes Jahr für die Westladbergener Kameraden.
Am 08.02.2004 war es endlich soweit: Das neue Feuerwehrgerätehaus konnte bezogen werden. Die offizielle Einweihung mit geladenen Gästen fand dann am 18.06.2004 statt. Am 19.06.04 veranstaltete der Löschzug Westladbergen dann einen „Brandschutztag“ für die Bevölkerung.
Interessante Anmerkung: Der Löschzug feierte gleichzeitig sein 75jähriges Jubiläum.
In 2004 gab es ein weiteres Highlight. Die Kameraden Löschzuges konnten am 29.11.2004 ein nagelneues Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 des Aufbauherstellers „Ziegler“ übernehmen. Vertreter von Rat, Verwaltung, Feuerwehr und Hersteller waren anwesend, als das neue LF 10/6 feierlich eingeweiht wurde. Keine 24 Stunden später rückte der Löschzug mit dem neuen Fahrzeug dann das erste mal zu einem schweren Verkehrsunfall auf die Bundesstraße 219 aus.
Der Löschzug iverfügt heute über 24 Eisatzkräfte und 14 Miglieder in der Ehrenabteilung. Ausbildung, persönliche Schutzausrüstung sowie die materielle Situation haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Im wöchentlichen Wechsel unterstützt der Löschzug bei bestimmten Alarmstichhworten den Löschzug Dorf.






